Und wenn sie doch gestorben sind?

Aktualisiert: 30. März 2019

Schlimme Märchen zum Advent mit Sebastian Krämer, Manuel Rösler und dem Ensemble Adelaide


Mein Brotberuf als Kantor bringt es mit sich, dass die die letzten Wochen des Jahres immer besonders turbulent sind: spätestens ab Sankt Martin ist jeden Abend irgendeine Probe, ein Konzert oder ein Gottesdienst zu bewältigen. Und tagsüber eine Unmenge vorzubereiten. Mein Freund Sebastian Krämer und ich haben es dennoch geschafft, einen lange geplanten Abend mit Märchenmelodramen auf die Bühne des Zebrano-Theaters zu stellen.


Während Sebastian sein eigene Märchen vom Schopfendusel las - und im zweiten Teil eine fulminante Performance meines Melodrams vom "Dornröschen" (in der wenig bekannten Originalfassung von Charles Perrault) las, konnten wir für "Der singende Knochen" eine Nachwuchskraft gewinnen. Getreu der Devise, dass man besonders blutrünstige und tragische Stoffe am besten von niedlichen blonden Kindern vortragen lässt, habe ich die neunjährige Emma aus meinem Kinderchor gebeten, diesen Part zu übernehmen. Und wir fanden, sie hat es toll gemacht. Von ihrer Erkältung kaum etwas zu spüren und mit ihrer Spielfreude hat sie das gesamte Ensemble verzaubert. Ach, überzeugen Sie sich doch einfach selbst. Die CD ist schon in Arbeit!


Aus der Presseankündigung: "Manche Märchen sind zu traurig, um sie Kindern zuzumuten. Zum Beispiel das der Grimms vom "singenden Knochen", mit dessen Hilfe zwar ein grausamer Brudermord aufgeklärt werden kann, mehr als eine ordentliche Beisetzung auf dem Friedhof ist aber als Happy End für den armen Knochen nicht drin. Die Disney-Studios machen um solche Plots einen weiten Bogen. Wie gut, daß es den Komponisten Manuel Rösler gibt, der sie gemeinsam mit dem Ensemble Adelaide mit klanglichem Feenstaub überzieht, sodaß wir nur die Lider schließen müssen, damit die unheilvollen Abenteuer vor dem geistigen Auge laufen lernen."



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